Fairness, Qualität und Leistung für alle

Was bedeutet sozialdemokratisches Gesundheitsdenken?

Zu allererst den barrierefreien Zugang zur Spitzenmedizin für alle und Respekt vor der Würde des Menschen.
Gesundheitspolitik ist Sozialpolitik und Bildungspolitik. Armut und Bildungsausschluss machen krank. Das gilt es zu verhindern.

Wir gehen nicht vom kranken Menschen aus, sondern vom gesunden Menschen. Menschen so lang wie möglich gesund erhalten und ihren Gesundheitszustand zu verbessern, heißt nachhaltige Medizin.

Ausgaben für Gesundheit sind kein Kostenfaktor, sondern langfristige Investition. Basis für Lebensqualität und Wohlbefinden, Motor für den Wohlstand aller.

Pflege und Rehabilitation sind gleich bedeutend wie kurative Medizin, insbesondere in einer Alternsgesellschaft und bei weiterhin steigender Lebenserwartung. Nicht nur möglichst lang leben, ist das Ziel, sondern möglichst lang gesund, selbstbestimmt und mobil leben.

Gute Gesundheitsversorgung verlangt bestmögliche Ausbildung und eine humane Arbeitsumgebung für die, die im Gesundheitsbereich arbeiten: Ärzte, Pfleger, Sozialinterventionisten. Das bedeutet: ordentliche, leistungsadäquate Bezahlung, bessere Planbarkeit von Beruf und Leben, und vor allem: Wertschätzung.

Gesundheitspolitik beginnt mit Aufklärung, Erziehung und Prävention. Anleitung und Motivation für ein gesundes Leben. Ärzte sind nicht nur Interventionisten, sondern Dialogpartner und Begleiter des Menschen – Krankheit ist nicht Schicksal, sondern Teil des gesunden Lebens.

Gesundheitspolitik, die klug ist, sperrt sich nicht gegen die modernen Technologien und Möglichkeiten des Digitalen. Aber Medizin ist immer noch Humanwissenschaft. Es geht um den Menschen. Technik ist Support und nicht Ersatz für medizinische Diagnose, Betreuung, Pflege.

Gute sozialdemokratische Gesundheitspolitik ist mündige Gesundheitspolitik: Selbsterkenntnis und Mitarbeit des Patienten statt blasse paternalistische Versorgung. Mündige Patienten erfordern empathische Zuwendung. So werden von Beginn an Missverständnisse, Fehl- und Mehrfachbehandlungen minimiert.

Ein optimales Gesundheitssystem ist das Neben- und Miteinander von niedergelassenem und muralem Bereich, bei Ausbau der wohnortnahen Erstversorgung. Das bedeutet neben einer Neuordnung des Klinik- und Krankenhaussystems eine Aufwertung des Hausarztes, die bessere Vernetzung der Fachärzte zu Hausärzten und untereinander bei Entlastung der Krankenhausambulanzen. Das inkludiert den Ausbau von Pflegeeinrichtungen und mobilen Services sowie Schwerpunktsetzung bei laufender Gesundenuntersuchung: in den Schulen und am Arbeitsplatz.

Die Gesundheitspolitik ist vorausschauend: Wir kennen die demographischen Entwicklungen, wir sehen den wachsenden Wohnbedarf und Pflegebedarf. Wir können nicht gleichzeitig einsparen und kürzen und verdrängen, dass Wien jedes Jahr um eine Mittelstadt wie Klosterneuburg oder Krems oder Wels wächst. Das wäre unverantwortlich.

Gute Gesundheitspolitik betrachtet Ärzte und Pfleger nicht als Dienstleister, sondern als Kooperationspartner und Mitgestalter. Nur, wenn Ärzte und Ärztevertretung aktiv eingebunden sind und mitentscheiden, können die richtigen Weichen für morgen gestellt werden.

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