Liebe Kolleginnen und Kollegen: Wir leben in turbulente und widersprüchliche Zeiten.

Die neue Gesundheitsministerin ist grundsätzlich den Ärzten und den prekären Themen in der Gesundheitspolitik gegenüber aufgeschlossen eingestellt, verrennt sich aber in Widersprüchen, Unklarheiten und krassen Populismen.

Die Ereignisse die vergangenen Tage und Wochen gleichen einem Sturzbach von Widersprüchen. Wichtig war und ist, unser Protest gegen die Zerschlagung der AUVA, wobei wir nicht gegen Reformen sind und nicht gegen Vereinfachungen von Abläufen sind, sondern um die bislang wirklich herausragend funktionierende Unfallversorgung bangen. In den Unfallkrankenhäusern arbeiten eingespielte Teams. Natürlich sind Ärzte gut bezahlt, aber leistungsgerecht und nicht so gut wie manche Kommentatoren und glauben lassen wollen.

Natürlich können die Leistungen, die die Unfallkrankenkassen erbringen, auch von den Krankenanstalten in den Ländern getätigt werden, aber diese müssten erst Kapazitäten aufbauen. Damit wird das System nicht billiger und einfacher, auch nicht besser – sondern komplizierter.

Natürlich, haben Gesundheitsexperten recht, die sagen, dass die AUVA 80% freizeitverunfallte und lediglich 20% beruflich verunfallte Menschen behandle. Nur wo bleibt da die Menschlichkeit? Jemand der einen Unfall hat, gleichgültig ob zu Hause, in der Freizeit beim Sport oder bei der Arbeit, hat das Recht auf die bestmögliche und rascheste medizinische Versorgung, darum geht es uns Ärzten. Und auch den Patienten.

Alles andere kann man in ruhigen Gesprächen sachlich abwiegen. Es ist letztendlich gleichgültig wohin die AUVA arbeitet. Aber eine Zerschlagung geht nicht. Wenn man die Unternehmer entlasten will, dann ist das eine politische Entscheidung. Das hat grundsätzlich nichts mit der AUVA zu tun. So geht es nicht. Wie vieles andere auch nicht.

Vieles sieht aus wie ein Schnellschuss. Denken wir an den Pflegeregress, dessen Finanzierung immer noch nicht geklärt ist und wo die Neigung besteht, die Länder stärker zu belasten, denken wir an die Datenschutzveränderung und an ELGA. Auch hier wieder ein unbedachter Schnellschuss. Denken wir an die große Eile, die wir plötzlich bei der Zusammenlegung der Sozialversicherungen hatten.

Das kann man diskutieren, debattieren, vernünftig in die Wege leiten. Es genügt aber nicht, anzukündigen, zu verunsichern und unnötigen Widerstand hervorzurufen. Das geht nicht mit uns.
Wir sind auf der Seite der Patienten, wir werden bei der AUVA weiterkämpfen, wir werden das „Don’t Smoke“-Volksbegehren letztendlich so weit vorantreiben, dass die Regierung von selbst aus nachgeben wird und sich einsichtig zeigen wird.

Wir werden um den Hausarzt kämpfen und um die wohnortnahe Versorgung und um bessere Honorare, und wir werden uns einmischen. Für ein besseres Gesundheitssystem.
Denn gerade diese Regierung braucht einen vernünftigen Gegenspieler. Uns.

Herzliche Grüße, eine gute Woche
Bei aktuellen Dingen werden wir euch sofort informieren.

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