Chancen nutzen

Bessere Bedingungen und gerechte Gehälter für ÄrztInnen in Ausbildung

Der KAV hat seinen Namen geändert und nennt die Krankenhäuser in Wien Kliniken um. Die ÄrztInnen in Ausbildung arbeiten aber auch unter dem neuen Namen weiter wie bisher bis zum Rande ihrer Kapazitäten. Die Wien Kliniken müssen ihre neue Personal- und Finanzhoheit rasch für Verbesserungen nutzen.

Wie wollen wir in Zukunft junge ÄrztInnen für die Tätigkeit in den Wiener Krankenhäusern gewinnen? Es reicht nicht, wenn der Mangel an FachärztInnen und OberärztInnen kaschiert wird, indem man die Jungen ohne ausreichende Vorbereitung in die freie „Wildbahn“ schickt, um das Dienstrad besetzen zu können. Wir brauchen dringend weitere Verbesserungen bei der Ausbildung:

  • Mehr Zeit für Einschulung und Vorbereitung der Dienstfähigkeit,
  • objektive Überprüfung der Einhaltung der Erfordernisse der Rasterzeugnisse bzw. Logbücher,
  • verpflichtende Erstellung von Ausbildungskonzepten durch die
  • AbteilungsleiterInnen,
  • Verfügbarkeit einer Ansprechperson bzw. Vertretung seitens des Dienstgebers für ÄrztInnen in Ausbildung zur Allgemeinmedizin,
  • maximal 60 Betten je Ausbildungsärztin/-arzt im Dienst,
  • lückenlose Umsetzung des mitverantwortlichen Tätigkeitsbereiches.

Nach wie vor fehlt es an Ausbildungs- und Betreuungskapazitäten. JungärztInnen werden jenseits ihrer Qualifikation eingesetzt und mit Bürokratie und Administration belastet. Konkrete Ausbildungskonzepte und deren Umsetzung fehlen leider noch vielerorts. Auch bei der Bezahlung muss angesetzt werden: Die Vordienstzeiten und Qualifikationen, wie z.B. das Ius Practicandi, müssen finanziell abgegolten werden. Jegliche Erfahrung kommt etztlich den PatientInnen zugute und kostet auch dem System weniger Geld, wenn die Ressourcen effizient eingesetzt werden und Absicherungsmedizin eingedämmt werden kann. Das Arbeiten muss für junge FachärztInnen attraktiver werden, sodass sie als Arbeitskräfte im Spital erhalten bleiben. Die Chancengleichheit muss für Frauen und Männer gleichermaßen sichergestellt
werden. Familie darf kein Hindernis für eine Ausbildung sein.

Wir werden – als Team Szekeres – nicht aufgeben, dafür zu kämpfen, dass der KrankenhausärztIn – Beruf wieder attraktiv ist, dass wir den PatientInnen mehr Zeit widmen können, und auch unsere individuelle Lebensplanung nicht dabei vernachlässigen.

Dr. Marina Hönigschmid

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