Teilzeit! Flexible Dienste! Kinderbetreuung!

Das derzeitige System ist starr, ungerecht und demotivierend.

Nahezu alle österreichischen Unternehmen mit mehr als 200 MitarbeiterInnen bieten Kinderbetreuung an, Teilzeit ist ohnehin selbstverständlich. Wer beispielsweise in Deutschland eine Zeit lang Teilzeit arbeitet, hat das verbriefte Recht auf Rückkehr in die Vollzeitarbeit.

Davon sind unsere Spitäler noch meilenweit entfernt. Immerhin: Vor mehr als sieben Jahren hat es unsere Liste mit einer Initiative geschafft, dass in den städtischen Krankenhäusern ÄrztInnenteilzeit während der Ausbildung überhaupt eingeführt wird.

Das Recht auf Teilzeit
Was wir fordern ist neben dem verbrieften Recht auf Teilzeit, das verbriefte echt auf Rückkehr in die Vollzeitarbeit – etwa nach der Karenz oder dann, wenn die Kinder in die Schule gehen. Wir fordern verpflichtend einzurichtende Kindergärten und Horte in den Krankenhäusern für die Kinder der medizinischen Angestellten.

Gerade die schwierige Vereinbarung von Beruf und Familienleben ist es, die viele der jüngeren Generation davon abhält, im Krankenhaus Dienst zu tun. Immer mehr Frauen beginnen ein Medizinstudium, aktuell liegt der Anteil bei der Studierenden 50,8 Prozent und bei Absolventinen 48,4 Prozent. 42 Prozent der Ärztinnen geben an, dass Familienplanung und Kinderbetreuung ein Hauptgrund dafür sei, dass man sich letztendlich für einen anderen Fachbereich als geplant entschied.

Garantierte Kinderbetreuung
Dass Teilzeit und betriebliche Kinderbetreuung flächendeckend durchgeführt werden können, beweisen hunderte Wirtschaftsbetriebe.

Praxis teilen
Was für die Krankenhäuser gilt, sollte auch für den niedergelassenen Bereich gelten – zumindest in Fragen der Teilzeit. Warum sollen sich zwei ÄrztInnen eine Ordination nicht teilen können, um damit flexibler zu agieren, sich weiterzubilden oder sich den Kindern zu widmen. Abgesehen davon: Die Generation Y hat andere Lebenskonzepte als deren Vorgängergenerationen, die den Beruf vor alles andere stellte.

Auch diesen Wandel muss das Gesundheitssystem berücksichtigen. Letztendlich läuft es immer auf eine zentrale Forderung und Notwendigkeit hinaus. Wir brauchen deutlich mehr ÄrztInnen und ein zeitgemäßes Arbeitsklima, das von Würde und Respekt gekennzeichnet ist.

Ein Spital ist kein Produktionsbetrieb und ÄrztInnen brauchen genügend Zeit, sich deneinzelnen PatientInnen zu widmen. Das beschleunigt nicht nur den Genesungsprozess, stärkt das Vertrauen zwischen ÄrztIn, PatientIn und Gesundheitssystem, sondern wirkt sich auch volkswirtschaftlich aus. Investitionen in Gesundheit
rechnen sich.

Dr. Doris Lubec

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