Sparen macht Gesundheit teurer!

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Über den Unsinn, bei der Gesundheitsversorgung auf die Kostenbremse zu steigen.

Wann immer von Einsparungen im Budget die Rede ist, reden Politiker über das Gesundheitssystem und phantasieren, dass man Milliarden einsparen könnte. Theoretisch kann man das. Mit der Abschaffung oder Reduktion der öffentlichen Gesundheitsversorgung oder deren kompletten Verstaatlichung. Zu Lasten der Menschen und der Volksgesundheit.

Jede Investition in das Gesundheits- und Pflegesystem rechnet sich mittelfristig zwei- und dreifach. Der Gesundheitsmarkt ist der am stabilsten wachsende Markt und ist zudem ein personalintensiver, der gut ausgebildete Humanressourcen benötigt, Roboter und KI können Diagnose, Therapie und die medizinische Zuwendung nicht ersetzen. Gesundheitsversorgung schafft stabile Aarbeitsplätze.

Derzeit erleben wir Anzeichen eines Hybrides: Einerseits mischt sich die Regierung immer stärker in die Selbstverwaltung – die tragende Säule eines gerechten Gesundheitssystems – ein und will Zentralismus und Verstaatlichung. Das heißt, dass die Regierung entscheidet, wie die Versorgung auszusehen hat. Und zweitens forciert man die Privatisierung indem man den Ärztemangel kleinredet und die Sozialversicherungen an die Kandare bindet.

Die Zuckerl, die man scheinbar anbietet, erweisen sich als saure Pillen. Wenn die Rede davon ist, dass die Krankenkassenbeiträge gesenkt oder gestrichen werden (bei Geringverdienern) so klingt das vielleicht gut. In Wahrheit aber entzieht man den Sozialversicherungen Geld und hungert sie sukzessive aus. Das treibt Menschen zu Wahlärzten und teuren, privaten Zusatzversicherungen, die sich nur die wenigsten leisten können.

Damit unterbindet man Forschung und die qualifizierte Ausbildung und sowie ein bislang gut funktionierendes Umverteilungssystem.

Es wird für Mediziner unattraktiver, in Krankenhäusern zu arbeiten – ebenso für Pflegefachkräfte . Investitionen in Krankenhäuser werden heruntergefahren. Über Vorsorge wird zwar geredet, aber wenig dafür getan.

Österreichs Jugendliche sind wahrscheinlich die am ungesündest lebenden in den EU-Staaten. Das bedeutet Erwerbsausfälle für die Zukunft und damit hohe Kosten. Bei einer offensiven Präventionspolitik könnten diese verhindert werden. Soweit aber denkt anscheinend niemand. Es geht um den raschen „Sparerfolge“ um ein Nulldefizit-Budget, von dem keiner weiß, was es ist – das interessiert den Normalstaatsbürger auch nicht.

So aber versäumen wir Chancen. Auf ein effizientes, gerechtes und vor allem umfassendes Gesundheitssystem und volkswirtschaftliche Positiveffekte.

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