Neuer Gesundheits- und Sozialminister Rudi Anschober

Der Oberösterreichische Landesrat, Umweltpolitiker und Mitbegründer der ersten konservativ-grünen Regierung in Oberösterreich, ist neuer Gesundheitsminister. Anschober gilt als anerkannter und ausgewiesener Sozialexperte und kennt das österreichische Gesundheitssystem, sehr gut.

Biografie

Rudi Anschober wurde 1960 in Wels geboren. Er ist bereits seit 1990 in der Bundespolitik und zählt zu den „Urgesteinen“ der Grünen, stets ein Realo, dem es gelang bereits im Oktober 2003 die Grünen in eine Regierungskoalition in Oberösterreich zu hieven, die zwei Perioden lang hielt.

Er besuchte die Volksschule in Schwanenstadt und das Bundesrealgymnasium Vöcklabruck. Nach Abschluss der Pädagogischen Akademie in Salzburg war er von 1983 bis 1990 Volksschullehrer. Zwischenzeitlich absolvierte er einen Redakteurskurs im Wirtschaftsförderungsinstitut in Linz und schrieb für regionale Grün-Medien. 1990 zog er für die Grünen in den Nationalrat ein. Im Parlament war er als Verkehrs-, Sicherheits- und Atomsprecher der Grünen tätig.

Von 1997 bis 2003 war Anschober Abgeordneter zum Oberösterreichischen Landtag, ab 23. Oktober 2003 war er Mitglied der oberösterreichischen Landesregierung. Von 23. Oktober 2003 bis 22. Oktober 2015 war er Landesrat für Umwelt, Energie, Wasser und KonsumentInnenschutz, ab 23. Oktober 2015 war er Landesrat für Umweltschutz, Wasserrecht, Lebensmittelaufsicht und Integration (Landesregierung Pühringer V und Landesregierung Stelzer). Im Herbst 2012 war er für drei Monate wegen Burn-out im Krankenstand.

Anschober ist auch als Autor tätig. Nach „Grün regiert“ und „Die Klimarevolution. So retten wir die Welt“ (gemeinsam mit Petra Ramsauer) ist 2011 „Das grüne Wirtschaftswunder: Wie die Energierevolution funktioniert und wie jeder davon profitiert“ erschienen.

Initiative Ausbildung statt Abschiebung

Anschober lancierte im Jahr 2018 die Initiative „Ausbildung statt Abschiebung“, um als Lehrlinge arbeitende Asylwerber im Land zu halten. Ziel der entsprechenden Petition ist es, das deutsche Modell „3plus2“ umzusetzen. Dieses sieht vor, dass Lehrlinge während ihrer meist dreijährigen Ausbildung und den ersten beiden vollen Arbeitsjahren nicht abgeschoben werden. Das Asylverfahren läuft dabei weiter, das Modell bewirkt eine Duldung der Betroffenen und damit Sicherheit für die Ausbildung und die ersten beiden Arbeitsjahre. Die Initiative wird sowohl von Unternehmen als auch von Prominenten unterstützt. Als „Schutzpatron der Asyl-Lehrlinge“ kürte ihn die Wiener Stadtzeitung „Falter“ zum Mensch des Jahres 2018. Einen Teilerfolg konnte er Ende des Jahres 2019 erreichen, als am 28. Dezember der sogenannte Abschiebestopp für Lehrlinge bis zum Abschluss der Ausbildung in Kraft getreten ist.

 

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